Zusammenfassung der Aufzeichnungen von Doktor Reinhard Kaltenbrunner, Kirchenbiologe

Projekt "Hirte"

 26.07.1642

Da ich ein großer Anhänger der Studien und Forschungen des Kirchenbiologen Dr. Guntbert Kleiber  bin, erfüllte es mich mit großer Enttäuschung, als ich erfuhr, dass seine Forschungen am Projekt der „Kirchendiener“ eingestellt wurde und er aufgrund dieses „Missgeschicks“ mit einem der Testsubjekte exkommuniziert und hingerichtet wurde. Jedoch habe ich mir die Aufzeichnungen des Doktors angesehen und einige Ideen entwickelt, wie man einem weiteren Auftreten eines solchen Vorfalls entgegenwirken könnte und die „Kirchendiener“ somit zu einem nutzbaren Werkzeug der Kirche machen könnte. Als ich dies dem leitenden Doktor Johann Streit mitteilte, war dieser völlig fasziniert von meiner Arbeit und gab mir Kleibers Forschungseinrichtung und einen Vorschuss an Geldern für meine Studien. Er entgegnete mir, dass er vollstes Vertrauen in meine Studien lege und ich mit Wünschen und Belangen direkt zu ihm kommen solle.

                                                                                                                                                          13.12.1642

Die Arbeit an diesem Projekt ist härter als ich dacht.
Dr. Streit benötigt dringend Ergebnisse, da er in einem ständigen Konkurrenzkampf mit Dr. Siegmund Brenner steht, welcher aufgrund seiner Entwicklung des „M1 Gargoyles“ die volle Aufmerksamkeit des Kardinals und damit alle Förderungen der Kirche genießt. Aus diesem Grund verlangt er nach Fortschritten und zwingt mich bis an meine körperlichen Grenzen zu gehen. Ich weiß nicht wie lange ich dem noch standhalten kann. Aber ich weiß, dass ich bald etwas Vorzeigen muss, ansonsten teile ich womöglich bald das Schicksal von Kleiber.

                                                                                                                                                          09.03.1643

Ich habe es geschafft, ich habe endlich den Durchbruch erzielt, nach welchem ich schon so lange gestrebt habe. Meine Versuche den „Kirchendiener“ mit einem auf Opium basierendem Betäubungsgas ruhig zu stellen funktionierten zwar und auch ihn so zu verändern, dass er ohne dieses Opium-Sauerstoffgemisch nach kurzer Zeit zugrunde ging, waren von einem grandiosen Erfolg gekrönt. Jedoch war er immer noch Ziellos, unkontrolierbar und wild, wie ein räudiger Straßenköter, mehr Wolf als Hund. Dabei sollte er doch wie es in der „Litanei des Lichts“ beschrieben wird, der Hirtenhund sein, der die Schafe vor den Wölfen beschützt und als ich über diese Zeile nachdachte, kam mir die Erleuchtung. Natürlich brauchte ein Hirtenhund einen Hirten, der ihn an der Leine hält und ihm Befehle gibt. Ich benötigte ausgebildete Männer, welche die „Kirchendiener“ befehligen und leiten aber vor allem kontrollieren sollten. Diese Männer sollen den Titel „Hirte“ tragen und auch die „Kirchendiener“ sollen von nun an den Namen „Kirchenhunde“ erhalten. Sie sollen gemeinsam die Schafe vor den Fängen der Wölfe schützen und diese zur Strecke bringen, auf dass die Herde in Sicherheit leben kann. Ich werde in Zukunft einige Tests durchführen, um meinen neusten Erkenntnis zu prüfen, dennoch bin ich sicher, dass das Projekt „Hirte“ alles verändern wird.